Vereinsausflug Freiburg

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung hatte sich eine Mehrheit der anwesenden Mitglieder dafür entschieden, die für 2016 anstehende 2-Tagesfahrt nach Freiburg durchzuführen. Das aus Wolfgang Klemm, Volkmar Gmelin und Jürgen Stegmeier bestehende "Organisationskomitee" kümmerte sich um Bahnfahrkarten, Übernachtung und Aktivitäten vor Ort, so dass man sich als Mitglied um nichts zu kümmern brauchte.

Die Reise in den äußersten Südwesten Deutschlands mit der Bahn klappte problemlos, am Samstagmittag war Freiburg erreicht. Kurze Straßenbahnfahrt zum Hotel, Gepäck ins Zimmer, und los konnte es gehen mit dem "ÖPNV-Programm" im nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernten "VAG-Zentrum". Ja, richtig gelesen, der Freiburger Verkehrsbetrieb ist aber keine Außenstelle der Nürnberger VAG, das Kürzel steht hier natürlich für "Freiburger Verkehrs-Aktiengesellschaft". Dietmar Gemander, der sowohl 1. Vorsitzender der Freiburger Straßenbahnfreunde als auch beim Verkehrsbetrieb beschäftigt ist, stellte uns in einem Vortrag die Entwicklung und die Besonderheiten des Freiburger ÖPNVs und die Entstehung der Straßenbahnfreunde und der Fahrzeugsammlung vor. Nach einer kurzen Besichtigung der Werkstatt und der Leitstelle konnten wir vor Ort den Triebwagen 56 besteigen, mit dem wir das Netz ausgiebig befuhren. Der Maximum-Triebwagen, der 1927 von der Waggonfabrik Rastatt gebaut wurde, ist ein 4-Achser, was entscheidend zum ruhigen Fahrverhalten beiträgt.

Und was liegt näher, wenn die Fahrt am modernen Betriebshof "VAG-Zentrum" beginnt? Sie am "Betriebshof Süd" enden zu lassen, dem stillgelegten Depot, das unser Partnerverein aus Freiburg zum Abstellen und Restaurieren seiner historischen Fahrzeuge nutzt! Dort wartete bereits ein vom Verein organisiertes Essen auf uns. Frisch gestärkt konnte dann in kleinen Gruppen die historische Sammlung und die Werkstatt besichtigt werden, in der viele liebevoll hergerichtete Fahrzeuge für Sonderfahrten bereitstehen, aber auch noch einige Fahrzeuge – teilweise viele Jahre im Freien abgestellt - auf ihre Restaurierung warten.

Am Sonntag stand vormittags eine Stadtbesichtigung an. Nicht nur am Dialekt merkte man unserem Stadtführer Thomas an, dass er seiner Geburtsstadt Freiburg sehr verbunden ist. Er erklärte uns u. a., warum die Freiburger Altstadt von vielen kleinen Kanälen, den sog. "Bächle", durchzogen wird und warum der junge Stadtteil Vauban so lebenswert ist. Erstere waren ein Teil der Wasserversorgung, die aufgrund des tiefliegenden Grundwassers im Mittelalter angelegt wurden. Beim Stadtteil Vauban, der ab 1998 auf ehemaligem Kasernengelände entstand, wurde die Vision eines autofreien und  mit Niedrigenergiehäusern bebauten Stadtteils verwirklicht. Wichtiger Bestandteil dieser Vision war die Verlängerung der Straßenbahn in den neuen Stadtteil im Jahr 2006 und eine restriktive Regelung für Autos. Endpunkt unserer Stadtführung war das Wahrzeichen Freiburgs, das Freiburger Münster, das streng genommen sogar eine Kathedrale ist.

Beim Nachmittag zur freien Verfügung konnte man viele Teilnehmer in den Konditoreien und Cafés der Stadt treffen, ein paar ganz enthusiastische fuhren die bei der Oldtimer-Rundfahrt am Samstag nicht abgefahrenen Strecken mit Planzügen ab. Am späten Nachmittag trafen sich alle wieder am Bahnhof, von wo aus uns die Deutsche Bahn pünktlich nach Nürnberg brachte. Und dort angekommen, fragten sich alle Teilnehmer, wohin die Zeit so schnell gekommen ist… Wenn das kein gutes Zeichen ist, dass wir ein kurzweiliges, interessantes Wochenende hatten!

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