Oktober 2010 - Vereinsausflug nach Gotha

Noch bei Dunkelheit verlässt am sehr frühen Morgen des 23.10.2010 ein vermeintlicher Linienbus den Hof des Historischen Straßenbahndepots St. Peter in Nürnberg. Ziel dieser „Linie“ ist Thüringen – Anlass der traditionelle Jahresausflug der Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn. 

Kurz vor halb acht erfolgt der erste Stopp an einem Autobahnparkplatz, wegen der gefrorenen Bänke wird ein „Eisbuffet“ vermutet. Es gibt aber Brotzeit mit Brezen, Wurst und Käse – herzlichen Dank an die Organisatoren. Nach dem kurzen Halt geht’s weiter in unserem Linienbus, inzwischen sieht man auch mehr wache als schlafende Gesichter. Kurz nach neun trifft der Bus im Betriebshof der „Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH ein.
Wie es sich für Straßenbahnfreunde gehört, starten wir mit einer fachkundigen Führung durch die Betriebsanlagen an der Waltershäuser Straße. Das 1913 eingerichtete Depot wurde bis 1998 saniert und zeigt sich nun sehr modern. Eine 7-gleisige Fahrzeughalle und ein 5-gleisiges Werkstattgebäude werden nebst einer Abstellanlage von einer Umfahrung eingeschlossen. In einem gegenüberliegenden Verwaltungsgebäude befindet sich auch die Leitstelle des Straßenbahnbetriebs. Eine Besonderheit stellt die zentrale Überwachung der eingleisigen Strecke der Thüringerwaldbahn dar – alle Fahrer müssen sich hier für jedes Teilstück mündlich eine Freigabe anfordern.
Nach der Betriebshofführung ging’s mit einem Gotha G4-Gelenkwagen (Typ G4-65, Baujahr 1965-67) auf die Überlandstrecke in das über 20 km entfernte Tabarz. Gut eine Stunde lang führt der Schienenweg über Felder und durch Wälder – für die Nürnberger „Stadtkinder“ ein besonderes Straßenbahnerlebnis im Grünen. In diesem ländlichen Idyll kehrten wir auch zu einem leckeren Mittagessen ein, bevor wir dann den Weg bis zur Endhaltestelle fortsetzten.
Erst am späten Nachmittag fuhren wir mit unserer Überlandstraßenbahn wieder in die Stadt zurück, um noch für zwei Stunden individuell die Stadt zu ergründen. In mehreren Kleingruppen führten unsere Wege bei mildem Spätherbst-Wetter durch den herrlichen Schlosspark und durch die malerische Altstadt – nicht wenige trafen sich zufällig wieder in einem schönen Altstadtcafé.
Zwei Stunden später fanden sich alle an der imposanten Haltestelle am Bahnhof ein, wo auch schon unser Bus für die Heimreise nach Nürnberg wartete. Passend verabschiedete uns ein Goethe-Zitat am Haltestellendach: „Denn man reist doch wahrlich nicht, um auf jeder Station einerlei zu sehen und zu hören“.

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