Vereinsschaffner

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Im Jahr 1989 schlossen die VAG und die Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn einen Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit eines nach wirtschaftlichen Zielsetzungen arbeitenden Verkehrsbetriebs und eines gemeinnützigen Vereins regelt. Er umfasst den Betrieb des Historischen Straßenbahndepots St. Peter, die Zusammenarbeit bei der Erhaltung von Fahrzeugen, die Nutzung von Räumen im Werk Peter und den Oldtimer-Linienverkehr.

Im Jahr 1992 wurde der Kooperationsvertrag dahingehend geändert, dass durch die VAG geschulte Vereinsmitglieder als Schaffner bei Sonderfahrten mit historischen Fahrzeugen tätig sind und dadurch auch betriebliche Aufgaben wahrnehmen.

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Inzwischen sind über 40 Vereinsschaffner ehrenamtlich auf den Nürnberger Oldtimerlinien und -sonderfahrten tätig. Die Schaffner erhalten von der VAG eine Ausbildung und werden auch turnusgemäß betriebsärztlich untersucht. In jährlichen Schulungen werden der eigentlich ausgestorbene Schaffnerberuf auf dem aktuellen Stand gehalten und Erfahrungen aus dem historischen Betrieb ausgetauscht.

"Abfertigen, Kuppeln, Fahrgastbetreuung, Streckenkenntnis, Tarif, Signalordnung, Dienstanweisungen" - dies sind nur einige Stichpunkte aus dem Schaffneralltag. Interessiert? Dann nehmen Sie doch Kontakt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit uns auf!

 

Schaffnerausbildung Herbst 2015

Die "Lizenz zum Abfertigen" oder: wie wird man eigentlich Straßenbahnschaffner?

Der Kooperationsvertrag zwischen der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg und den Freunden der Nürnberg-Fürther Straßenbahn regelt seit 1992 den Einsatz der Vereinsschaffner für die betriebsrelevanten Aufgaben, die der Fahrbetrieb mit unseren historischen Zügen erfordert. Im Planbetrieb ist dieser Beruf bei der VAG seit 1976 verschwunden, da automatische Türen, die im geschlossenen Zustand eine Sicherheitsschleife bilden, sich ab den 50er-Jahren flächendeckend durchzusetzen begannen. Bei den älteren Museumsfahrzeugen ist es dagegen erforderlich, den Abfertigungsvorgang an der Haltestelle durch Personal vorzunehmen, welches den Fahrgastwechsel überwacht und nach dessen Abschluss den Abfahrauftrag an den Fahrer weitergibt.
Nachdem ich während meiner Startphase als aktives Vereinsmitglied im Jahr 2013 das Schulungsangebot unseres 2. Vorsitzenden noch ausgeschlagen hatte, habe ich mich in der Zwischenzeit mit dem Gedanken mehr und mehr anfreunden können – nicht zuletzt, da mir einstweilen mehrere Vereinskameraden Mut machten und ich bei diversen Mitfahrten Einblicke in die Tätigkeit erlangen konnte. Als vergangenen Sommer die Offerte ein zweites Mal an mich herangetragen wurde, war für mich klar: jetzt aber!
An vier Schulungsterminen im Herbst 2015 wurde unserer kleinen Anwärtergruppe die Aufgaben des Schaffners wie die Abfertigungsreihenfolge mit der Glockenleine vom Zugschluss nach vorne, händische Bedienung der Weichen, (Ent-) Kuppeln, Beleuchtung und Heizung der Beiwagen sowie Verhalten in Gefahrenfällen in Theorie und Praxis geübt. Auch die Signale für Busse und Straßenbahnen waren Bestandteil; unsere Grundlagen reichen zwar nicht an den Umfang einer Fahrerausbildung heran, aber ein Grundwissen ist für die Betriebsabwicklung unerlässlich.
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Obwohl er noch keine Uniform trägt, beugt sich unser Schaffner Martin bei der Ausbildungsfahrt zum Abfertigen natürlich hinaus, um zu sehen, ob noch jemand zusteigen will.
 

Aufmerksamkeit bedingt auch unsere übliche Rückwärtseinfahrt von der Regensburger Straße in das Gelände des Historischen Straßenbahndepots St. Peter: wenn der Fahrer sich nicht an der Zugspitze befindet, muss der führende Schaffner stattdessen die Beobachtung der Verkehrslage übernehmen und die Fahrkommandos weitergeben. Unterstützung durch die an Öffnungstagen "stationären" Absicherungsposten mit Warnweste und Flagge/Lampe erleichtert das Verfahren natürlich.
Von besonderem Interesse waren die Ausnahmen von der Regel, die wir – soweit die relevanten Fahrzeuge verfügbar waren – ebenfalls am Original durchnehmen konnten. Dies betrifft unter anderem die Wagen, die nicht direkt per Bestandsschutz aus dem Betriebs- in den Museumsbestand wechselten, sondern nach Wiederaufbau eine Neuzulassung erforderten.
Selbstverständlich war für uns noch eine betriebsärztlichen Untersuchung Pflicht, damit sichergestellt ist, dass unser Gesundheitszustand den Anforderungen entspricht.
Nach erfolgreichem Absolvieren der theoretischen und praktischen Prüfung bekamen wir die notwendigen Arbeitsgeräte (Trillerpfeife und Perronschlüssel) sowie eine Bestellung für die Uniformen aus der VAG-Kleiderkammer ausgehändigt.
Nun dürfen wir uns in die Riege von derzeit über 40 Vereinsschaffnern einreihen. Unsere ersten Einsätze, zunächst noch unter Anleitung erfahrener Kollegen, haben wir mit dem Erscheinen dieser Ausgabe auch schon absolviert.
An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Vereinskameraden und VAG-Kollegen, die uns hervorragend betreut, geduldig Rede und Antwort gestanden und somit zur einer erfolgreichen Prüfung geführt haben. Ich wünsche uns allzeit gute und sichere Fahrt!

 
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Auch der Wettergott hat uns im Rahmen seiner Möglichkeiten mit angenehmer Witterung unterstützt: Gruppenfoto nach Abschluss der Prüfungsfahrt.
 
Dieser Artikel ist auch in der Ausgabe 1/2016 unserer Vereinszeitschrift "Die Straßaboh" erschienen.

Unser Oldtimerfahrpersonal - Immer gut geschult

Da Sicherheit beim Oldtimerbetrieb sehr groß geschrieben wird, muss jeder Vereinsschaffner und VAG-Oldtimerfahrer einmal im Jahr eine Nachschulung besuchen und einen Test ablegen. Für einige unserer Kollegen hieß es also am 12. April 2014 zurück auf die Schulbank.

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Neben einer Auffrischung der Dienstvorschriften stand auch wieder Praxis auf der Tagesordnung: diesmal mit unserem neusten Museumswagen, dem Stadtbahnwagen N8S TW 363 Baujahr 1976. Abgerundet wurde der Nachschulungstag mit einem Erste-Hilfe-Kurs.

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